Just who the hell do you think this studio is?

Quelle: hummingbird.me by BRSxIgnition

Der heutige Artikel widmet sich einem meiner momentanen Lieblingsstudios: Trigger. Und bevor jetzt jemand kommt und in besserwisserischer Manier bemängelt: „Aber Tengen Toppa Gurren Lagann und Panty & Stocking with Garterbelt sind doch von Gainax“: Ja, das weiß ich. Aber wer wirklich bescheid weiß, weiß auch, dass der Director für beide Hiroyuki Imaishi ist – der Mitgründer von Trigger.
Heute möchte ich euch erklären, warum ich glaube, dass wir von Trigger noch so einiges erwarten können.

Neues Studio, alte Hasen

Trigger als Studio ist noch gar nicht so alt. Im August 2011 wurde es von Hiroyuki Imaishi und Masahiko Ohtsuka gegründet. Beide haben vorher für Gainax gearbeitet und gerade Hiroyuki Imaishi hatte bereits einen für sich gemacht, als Key Animator für NGE sowie als Director für Panty & Stocking with Garterbelt und – einen meiner Lieblingsanimes – Tengen Toppa Gurren Lagann. Wer mindestens 2 dieser 3 Serien gesehen hat, merkt sicherlich schon, dass Imaishi für besondere Serien steht und dementsprechend groß war auch der Hype um Trigger. „Trigger will save anime“ war der Slogan, den man immer wieder lesen konnte, als das Studio bekannt wurde.

Als dann mit Inferno Cop, einer Webserie aus kurzen Videos, das erste Projekt von Trigger erschien, ging der Hype regelrecht durch die Decke. Inferno Cop war, wenn auch nicht jedermanns Geschmack, definitiv etwas, was man anerkennen musste. Der Zeichenstil, der Humor, einfach alles war anders als das, was man von normalen Animes kannte. Mich persönlich hat die Serie nie so richtig in ihren Bann gezogen, aber wie ich auf dem Trigger Panel auf der Connichi feststellen durfte, gibt es einen regelrechten Kult um Inferno Cop und den nicht ganz zu unrecht.

Auch ihr 2. Projekt war ein voller Erfolg. Der Kurzfilm Little Witch Academia macht in seinen 26 Minuten verdammt viel richtig und wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte definitiv mal einen Blick hineinwerfen. Nicht umsonst erzielte die Kickstarter-Kampagne für den 2. Teil mit über 600.000 Euro das dreifache von dem, was sich Trigger erhoffte.

Trigger wird dem Hype nicht gerecht

Dementsprechend wartete jeder gespannt darauf, wann Trigger endlich seine TV-Premiere mit einem „richtigen“ Titel feiern würde. Und dann kam er… Dann kam Kill La Kill

Das der Anime so eine großartige Enttäuschung wurde, lag meiner Meinung nach zu 90% an der Erwartungshaltung der Leute. Jeder erwartete etwas, dass mindestens so innovativ und anders war, wie Inferno Cop oder Little Witch Academia – nur für die breitere Masse. Deswegen ging jeder davon aus ein Meisterwerk zu bekommen und stattdessen bekamen sie… Fanservice.
Viele ließen den Anime nach bereits 2 Folgen fallen (die Szene ist übrigens aus Folge 3) und aus der Hoffnung „Kill La Kill will save anime“ wurde der spöttische Spruch „Kill La Kill really ’saved‘ anime“.
Ich möchte das hier nicht in einen „warum KLK großartig ist“ Artikel verwandeln, deshalb nur so viel: Als jemand, der von Kill La Kill nicht erwartete, etwas außergewöhnliches zu sein, war ich begeistert. Kill La Kill nimmt auf einzigartige Weise Shounen-Elemente und parodiert diese so, dass er sich nicht darüber lustig macht, sondern es sogar eher wie eine Hommage wirken lässt.
Viele bezeichnen den Anime als etwas abfällig als Über- oder Super-Shounen, aber für mich ist das eher eine Auszeichnung, die sich Kill La Kill verdient hat. Er übertreibt es mit allen Shounen-Elementen dermaßen, dass ich drüber schmunzeln muss, aber trotzdem mitgerissen werde.

Wie sich das Bild langsam wandelt

Ihr merkt schon, Kill La Kill war für mich der Grund überhaupt auf die beiden bereits erwähnten Projekte zu stoßen und man war ich diese Season gespannt auf Triggers neuen Titel Inou-Battle wa Nichijou-kei no Naka de (engl. When Supernatural Battles Became Commonplace).

Und auch hier hat Trigger meines erachtens nach wieder absolut abgeliefert. InoBato ist gleichzeitig ein stinknormaler Harem und gleichzeitig eben auch nicht. Wer Harems nicht mag wird mit dem Anime sicherlich nicht warm werden, aber jemand wie ich, der das Genre als super unterhaltsam empfindet, ist dies einer der besten –  wenn nicht sogar DER beste Harem, den ich bisher gesehen habe.

Positiv überrascht war ich auch, als ich die Kritiken auf Seiten wie Reddit lesen durfte. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass InoBato ähnlich wie Kill La Kill als eine weitere Enttäuschung, die „Anime nicht rettet“ sehen würde. Jedoch scheinen die Erwartungen an Trigger nun viel realistischer und die für das Genre selbst viel niedriger zu sein und so wird InoBato allgemein sehr positiv aufgenommen. Für mich ist der Anime einfach ein weiterer Beweis für die Klasse, die Trigger repräsentiert.

Kein Erlöser, aber ein Mitstreiter, der sich für gute Animes einsetzt

Trigger ist sicherlich nicht das, was einige von ihm erwartet haben. Es ist kein Fließband für nie dagewesene Serien, die uns jede Season aufs neue aus den Socken hauen. Aber Kill La Kill ist definitiv ein starkes Studio, dass hoffentlich nicht so schnell vom Weg abkommt („Don’t lose your way, Trigger!“) und hoffentlich weiter in kleineren unabhängigen Projekten wie Little Witch Academia neue Ideen bringt oder aber auch zeigt, dass man mit ein paar frischen Ansätzen durchaus auch auf bewährte Formeln zurückgreifen kann, wie in KLK oder zur Zeit in InoBato.

Jedoch – wie jedes gute Studio – kann man auch Trigger nur an seinen aktuellen Projekten messen. Die nächste Gelegenheit dafür, kommt schon recht bald. Zum einen mit Little Witch Academia 2, das 2015 erscheinen soll, zum anderen mit Ninja Slayer From Animation, welches in der nächsten Frühlingsseason zu sehen sein wird.

Der Stil sieht jedenfalls schon einmal sehr interessant aus und auch der Fakt, dass die Vorlage amerikanische Wurzeln hat, lässt mich gespannt auf die nächsten Monate blicken.

1 Antwort

  1. 14. Januar 2015

    […] no Naka de / Studio Trigger Sollte wenig überraschend sein. Keinem anderen Studio habe ich bisher einen Artikel gewidmet. Ich liebe einfach die Art des Studios, ihre Überdrehtheit und wie doch immer mehr dahinter […]

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