Außen hui, innen pfui – Ist Fate/Stay Night nur eine hübsche, leere Hülle?

Das Fate/Stay Night: Unlimited Blade Works optisch einer der besten Animes überhaupt ist, sollte keiner, der auch nur 30 Sekunden davon gesehen hat, anzweifeln.


Jedoch werden mit zunehmender Popularität natürlich auch die Stimmen lauter, die auf den Hype um diesen Anime eher negativ reagieren und in Threads in Foren oder auf Reddit aufzeigen, wie schlecht dieser Anime doch eigentlich sei. Es ist nichts neues, dass beliebte Titel von eingefleischten Anime Fans eher kritisch beäugt werden und wer mich schon eine Weile verfolgt, weiß, dass ich an Shingeki no Kyojin sowie gerade Sword Art Online viel Kritik gelassen habe.

Deshalb möchte ich heute ein wenig mit euch Diskutieren, ob Unlimited Blade Works mehr als nur sein „Production Value“ ist und ob der Anime genauso erfolgreich geworden wäre, wenn er nicht von ufotable  produziert werden würde.

Die Kritik

Kritik an UBW richtete sich in der Regel vor allem gegen zwei Dinge:

Zum einen wurde bemängelt, dass die Hauptcharaktere doch sehr blass blieben und generell eher generisch wären. Mit Emiya und Tohsaka sind die beiden Magier, denen wir im Gralskrieg folgen, zwei, deren Interesse am Gral geringer gar nicht sein könnte. Tohsakas Gründer sind nur, dass sie dem Namen ihrer Familie gerecht werden wolle und bei Emiya ist man sich zu keinem Zeitpunkt sicher, was ihn eigentlich dazu antreibt, sich überhaupt für etwas in Gefahr zu begeben, an dem er nach eigener Aussage überhaupt kein Interesse hat. Wie soll man mit jemandem mitfiebern, der ohne erklärtes Ziel umherirrt und offensichtlich durch die eigenen Eltern motiviert ist, über die wir aber weder bei Emiya noch Tohsaka wirklich viel erfahren.

Das mit dem Erklären ist generell so eine Sache bei Fate, denn nicht nur die Hauptcharaktere hinterlassen Fragezeichen, sondern auch die Geschichte. Eigentlich wird zu keinem Zeitpunkt wirklich viel erklärt und man muss sich als Zuschauer viel zusammenreimen, Dinge einfach akzeptieren oder zumindest hinten anstellen, bis sie im Verlauf der Serie womöglich mal erklärt werden. Ständig hat man das Gefühl, dass einem Informationen und Hintergründe fehlen.

HorribleSubs-Fate-Stay-Night-Unlimited-Blade-Works-09-720p.mkv_snapshot_13.04_2014.12.06_19.15.18

Die Kritik könnte ich noch weiter ausführen, aber da ich in den nächsten Wochen noch ein paar weitere Fate-Artikel veröffentlichen möchte, belasse ich es an dieser Stelle dabei und warte auf den Abschluss der Serie. In einem späteren Review werde ich aber sicherlich noch genauer auf die Beschwerden eingehen, aber ich denke ihr habt einen guten Eindruck, was man an UBW bemängeln könnte.

Halte ich diese Kritik für berechtigt? Auf jeden Fall. Doch warum wird ufotables Animations-Bombe von mir dann aller voraussichtlich nach mindestens eine 9 von 10 erhalten? Nun…

Das Dilemma des Fate-Franchises

Der Grund warum ich Fate/Stay Night: Unlimited Blade Works trotzdem als einen hervorragenden Anime wahrnehme, liegt daran, dass er nicht viel besser hätte sein können.
Dies mag im ersten Moment total abstrus klingen, wenn ich gerade eben noch 2 legitime Gründe aufgezählt habe, weshalb UBW alles andere als perfekt ist. Es ergibt jedoch vollkommen Sinn, wenn man sich das Problem anschaut, vor das ufotable zu Beginn der Produktion gestellt wurde:

Man muss die Zuschauer dieses Anime in mindestens 3 Gruppen einteilen: Zum einen diejenigen, die mit dem Fate-Franchise vorher noch nicht in Berührung gekommen sind, dann diejenigen die Fate/Zero (ebenfalls von ufotable) und bzw. oder die ältere Adaption von Fate/Stay Night durch Studio Deen aus dem Jahre 2006 gesehen haben und schließlich noch diejenigen, die das Fate-Universum bereits kennen und einige Spiele bereits gespielt haben, darunter die Visual Novel, die als Vorlage für diesen Anime dient. Behaltet zudem im Hinterkopf, dass die Hauptzielgruppe dieses Anime in Japan liegt, wo diese 3 Gruppen wahrscheinlich in etwa gleich groß sind und ufotable es sich somit nicht leisten konnte, auf eine der Gruppen zu verzichten. Es galt also sowohl diejenigen zu bedienen, die keinen Schimmer hatten, was auf sie zu kommt, als auch diejenigen, die bereits vieles wussten, nicht mit übermäßig vielen Erklärungen zu langweilen.

Ein weiteres Problem liegt in der Visual Novel selbst. Wie sicher schon die meisten von euch wissen, besteht diese aus 3 Routen, die sich abgesehen vom Anfang doch sehr voneinander unterscheiden. Dabei hatte Deen damals die Ursprungsroute „Fate“ adaptiert wohingegen ufotable sich für eine der späteren Routen „Unlimited Blade Works“ entschied.
Auf der Connichi hatte ich die Chance Atsuhiro Iwakami (ufotables Producer für UBW) bei der Autogrammstunde zu fragen, wieso sie sich ausgerechnet für diese Route entschieden. Iwakami-san erklärte mir daraufhin, dass er diese Route zum einen am besten fand und zum anderen die Arbeit von Deen respektierte und deswegen sich erst um UBW und „Heavens Feel“ – die dritte Route, welche später in Filmform auch von ufotable adaptiert werden wird – kümmern wollte. Der „Fate“-Route würde man sich nur annehmen, wenn nach diesen beiden Projekten wirklich noch danach verlangt werden würde.

Archer war einer der Hauptgründe, warum Iwakami-san sich für die UBW-Route entschied

Archer war einer der Hauptgründe, warum Iwakami-san sich für die UBW-Route entschied

Aus ufotables Sicht existieren also mit Fate/Zero und der Fate-Route bereits zwei Serien, aus denen die Zuschauer Infos haben könnten und zum anderen liefert die Visual Novel pro Route etwa 25h Spielzeit, die man natürlich so treu wie möglich umsetzen möchte. Somit kann man es dem Studio nicht übel nehmen und ich würde sogar behaupten es war die einzig richtige Entscheidung, nicht alles zu erklären und die 24 Folgen stattdessen mit mehr „neuem“ Inhalt zu füllen.

ufotable macht aus der Not eine Tugend

Ufotable hatte also einige Schwierigkeiten zu bewältigen und hat diese meiner Meinung nach sehr gut gemeistert. Denn auch wenn Fate/Stay Night Unlimited Blade Works für sich genommen gewiss kein lückenloser Anime ist, so kann auch niemand behaupten, dass er der Story gar nicht hätte folgen können oder eine der Folgen langweilig gewesen wäre.

UBW ist meiner Meinung nach für sich genommen ein richtig guter Anime, der einem die Möglichkeit bietet, in anderen Werken noch mehr über die Geschichte und die Charaktere zu erfahren und dann vielleicht auch wie ich zu erkennen, wie vielschichtig dieses Universum eigentlich ist und was für eine tolle Arbeit ufotable an dieser Stelle geleistet hat, um diesem gerecht zu werden.

Ich hoffe dieser Artikel konnte die Fate-Kritiker unter euch vielleicht ein wenig überzeugen. Wenn nicht, schreibt mir doch, was euch an dem Anime stört oder wartet auf die nächsten Wochen, denn ich bin sicher, dass dort noch der ein oder andere Fate-Artikel dabei sein wird.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.