Die größten Überraschungen und Enttäuschungen des Anime Sommers 2015

Da ich es wieder einmal geschafft habe, über Monate keinen Artikel zu bringen, konnte ich bisher zur Summer Season 2015 noch nichts schreiben. Dabei habe ich so viele Animes verfolgt und tatsächlich zu Ende gebracht wie noch nie und kann definitiv sagen, dass es für mich eine der besseren Seasons war, die ich aktiv verfolgt habe. Dieser Artikel dient außerdem als eine Art Season Recap, da ich nicht mehrere Artikel auf banales „war gut“ oder „war schlecht“ verschwenden möchte sondern mich lieber den Themen widme, die schon länger auf meiner Agenda stehen.

Welche Titel mich besonders positiv überrascht haben und welche vielversprechenden Titel mich hängen ließen, darum soll es in diesem Artikel gehen. Aber wie immer bei solchen Listen, möchte ich ein paar „Honorable Mentions“ aussprechen, die die Liste leider bzw. glücklicherweise nicht geschafft haben, aber dennoch ein paar Worte verdienen:

Gatchaman Crowds hat auch in der 2. Staffel wieder einmal bewiesen, wie man verdammt coole Transformationen praktisch gar nicht verwenden und trotzdem einen hervorragenden Anime kreieren kann. Leider fliegt der Anime bei vielen unter dem Radar, dabei ist er ein Leckerbissen für jeden, der auf ein interessantes Konzept und clever gestaltete Gesellschaftskritik steht.

Prison SchoolOverlordMonster Musume und natürlich Durarara gehörten definitiv zu meinen Highlights der Season, haben mich aber nicht überrascht, sondern nur das geliefert, was ich mir von ihnen erwartet bzw. erhofft hatte.

Sore ga Seiyuu und Baby Steps erhalten wie zu erwarten den Award „Warum-zum-Teufel-schaut-das-niemand???“ und zu God Eater will ich mich erst äußern, wenn der Anime im Winter beendet wird.

Zu guter letzt ein Shoutout zu Gakkou Gurashi! oder School Live!, der wohl einer der besten Titel der Season war, aber völlig an mir vorbeigegangen ist. Ich werde ihn aber bald nachholen.


Euch ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich kaum Titel genannt habe, die ich vor der Season großartig angepriesen habe. Denn leider ist genau das eingetreten, wovor man als Anime-Fan immer Angst hat. Die Titel auf die man sich am meisten freut, schaffen es nicht, dem Hype gerecht zu werden und lassen einen mit jeder Menge Enttäuschung zurück. Für mich waren das leider genau die 3 Titel, auf die ich vorher Geld gesetzt hätte, dass sie gut werden.

3. Chaos Dragon

Eigentlich will ich zu diesem Anime nichts schreiben, denn ich fand ihn grauenvoll. Sein Pacing war eine einzige Katastrophe, die Charaktere waren eindimensional und auch die Geschichte war zum einen undurchsichtig und riss einen überhaupt nicht mit.

Allein mit Episode 1 schaffte es der Anime, so wenig Eindruck zu hinterlassen, dass ich ihn in den darauffolgenden Wochen fast vergessen hätte zu schauen. Der einzige Grund, warum dies nicht meine klare Nummer 1 ist, liegt daran, dass ich ihn nach Episode 5 abgebrochen habe. Auch wenn viele tolle Namen auf der Verpackung stehen, lässt dieser Titel jeden hängen, der sich etwas davon verspricht.

Der wohl einzige Anime, wo die Zuschauer genauso gelitten haben, wie der Hauptcharakter

2. Gangsta.

Ja, Gangsta. ist auf der Liste. Um zu erklären warum, will ich noch einmal darauf eingehen, dass es hier um Enttäuschungen geht und auch wenn dieser Anime eine solide 7-8 war, so hatte ich im Vorfeld mindestens eine 9 erwartet.

Bis zu Episode 3 hatte ich mir hier einen Titel versprochen, der mal wieder einen erwachsenen Action-Anime liefert und mir nach Black Lagoon und Jormungand wieder eine Welt voller harter Jungs und Mädels zeigt, die die dunklen Abgründe des menschlichen Seins repräsentieren.

Leider lässt der letzte Anime von Studio Manglobe einen stattdessen mit vielen Fragen zurück und wirft gerade in den letzten Folgen so viel neues in den Raum, dass man nach der letzten Folge eigentlich überzeugt ist, dass noch mindestens 1 bis 2 Episoden folgen würden, die aber ausbleiben.

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Gangsta. ist kein schlechter Anime und er bietet jedem, der das Genre mag auch hervorragende Unterhaltung. Aber er kann die Ansprüche, die er in mir in den ersten Episoden geweckt hat, leider nicht halten und hinterlässt am Ende bei mir letztendlich einen bitteren Nachgeschmack.

1. Charlotte

Dank Charlotte ist ein Mann auf meiner List von Leuten, die ich treffen möchte, ganz weit nach oben gerutscht: Jun Maeda. Zum einen, weil dieser Mann mit Clannad und Angel Beats! für zwei meiner absoluten Lieblingsanimes verantwortlich ist, zum anderen, weil ich ihn unbedingt fragen möchte, was ihm beim schreiben von Charlotte im Kopf vorging.

Ich will diesen Anime mögen. Ich will es wirklich. Die erste Episode zeigt einen zwielichtigen Hauptcharakter, der sich von der Masse der generischen MCs abheben könnte, Episode 7 ist eine der stärksten überhaupt, was Thematik uns Inszenierung angeht und die generelle Prämisse ist zwar nicht komplett neu, aber doch interessant und bietet Potential.

Warum also diese 4 Fillerepisoden mit Baseball und Camping? Warum wird in die letzte Episode plötzlich so viel gequetscht? Warum macht Episode 10 alles zunichte, was in den Episoden davor etabliert wurde und mich an Charlotte so begeistert hat? Jun Maeda, warum muss ich einem potentiell guten Anime hinterher trauern?

Der Frust ist kaum auszuhalten

Charlotte macht viel gut und einiges brilliant, aber ruiniert es gleichzeitig so viel, dass ich nur jedem davon abraten kann, diesen Titel anzuschauen. Charlotte hat mich nicht nur enttäuscht, sondern macht mich traurig. Traurig, wie viel Potential hier in einer totalen Katastrophe verschwendet wurde.


Nun aber genug der Enttäuschung und trauer. Nachdem ich euch dargelegt habe, warum ihr meiner Meinung nach auf die gehypten Titel der Season verzichten solltet, kommen wir zu den positiven Überraschungen, die ihr euch vielleicht nicht entgehen lassen wollt.

3. Classroom☆Crisis

Um ehrlich zu sein weiß ich nicht einmal, warum ich diesen Titel angefangen habe. Bei den ganzen vielversprechenden Animes der Season hätte ich wissen müssen, dass ich hierfür keine Zeit habe. Jedoch wollte ich mal reinschauen, bevor ich ihn nach Episode 5 fallen lies. Ein fataler Fehler!  Denn kurz danach drehte Classroom☆Crisis richtig auf und was als generischer Slice of Life Anime in einem Industriesetting anfing, entpuppte sich als starker Industrieanime, der die Geschäftswellt Japans mit einem Schulsetting verpackte.

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Der Anime zeigt auf, wie Politik und Industrie in Japan verwoben sind, was für Opfer man als erfolgreicher „Chef“ bringen muss und was für Interessenskonflikte es zwischen Management, Angestellten und Kunden geben kann.

Zwar ist Classroom☆Crisis am Ende kein hervorragender Anime, aber mich hat er doch positiv überrascht und mit seinen liebenswerten Charaktere, erwachsenen Themen und interessanten Plottwist hat er mich mehr als froh gemacht, dass ich diesen Titel wieder aufgegriffen habe.

2. Akagami no Shirayuki-hime

Auch wenn der Titel übersetzt „Schneewitchen mit dem roten Haar“ bedeutet, so hat der Titel mit dem Märchen doch nur gemeinsam, dass Schneewitchen bzw. Shriayuki zu schön ist um wahr zu sein.

Als männlicher Zuschauer habe ich eine natürliche Abneigung gegen Shoujo Titel, da diese allzu häufig das Jungfrau in Nöten Klischee bedienen, die von ihrem Prinz gerettet werden muss. Doch eben das ist Shirayuki nicht – im Gegenteil. Sie ist eine Frau, die alleine zurecht kommt, sich aber trotzdem auf andere verlassen kann und zusammen mit dem Prinzen Zen bietet sie eines der wenigen Pärchen, wo man wirklich das Gefühl hat, das beide gleichberechtigt und gleichwichtig für die Beziehung sind.

Die große Geschichte ist zwar wie für Shoujo üblich nicht allzu spannend und beschäftigt sich eher mit kleineren Geschehnissen, die die beiden Hauptcharaktere näher zusammenbringt, aber der fast perfekte Charakter von Shriayuki, die traumhafte Musik und die generell tolle Dynamik der Charaktere lullt einen regelrecht ein und macht Akagami no Shirayuki-hime zu einem Anime, den man idealerweise vor dem schlafen gehen schauen kann, da er einem angenehme Träume beschert.

1. Gate: Jieitai Kanochi nite, Kaku Tatakaeri

Gate ist ein Anime, der regelrecht für mich gemacht ist: Fantasy gepaart mit Moderne? Check. Ein ungewöhnlicher, interessanter Hauptcharakter? Check. Slice-of-Life Passagen gefolgt von ernsteren? Check. Charaktertiefe? Da geht noch mehr, aber generell ja: Check. Gut animierte Actionsequenzen? Check. Versteckte Gesellschaftskritik? Check.

Ich werde sicherlich in einem extra Artikel noch einmal näher auf den Anime eingehen, aber Gate hatte für mich diese Season alles, abgesehen von einem wirklich befriedigenden Ende. Ich hoffe noch darauf, dass im Winter ein 2. Teil folgt, aber wer den Anime noch nicht gesehen hat, hat sicherlich etwas verpasst.

Zu Gate gibt es sicherlich bald noch einen Artikel von mir, je nachdem, ob demnächst eine 2. Staffel angekündigt wird oder nicht. Aber ich kann euch jetzt schon sagen, dass jeder, der diesen Anime nicht gesehen hat, zumindest einmal hineinschauen sollte.

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Die Summer Season 2015 war eine der größten bisher überhaupt und brachte viele Titel, die ich mir gerne angesehen habe. Zwar fehlte es so ein bisschen an Superstars, da keiner der Titel wirklich herausragend war, aber ich habe mich garantiert nicht gelangweilt.

Eventuell kommen noch 1-2 Artikel zu den Titeln der Season, aber insgesamt gibt es glaube ich nicht allzu viel zu bereden. Falls ihr zu gewissen Animes aber noch eine ausführlichere Meinung von mir lesen wollt, lasst es mich einfach in den Kommentaren wissen.

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