Der Weg zum Ass – Die Gegner in den eigenen Reihen

Vor ein paar Monaten hatte ich bereits einmal einen Artikel geschrieben, in dem ich zwei Sport-Animes verglichen habe. Der Artikel war sehr darauf bedacht zu analysieren, was einen guten Sport-Animes ausmacht und warum ich persönlich Baby Steps für besser hielt.

Einer meiner größten Punkte pro Baby Steps war der bessere Spannungsbogen und diese Woche, knapp ein halbes Jahr später, durfte ich innerhalb von knapp 6 Tagen zwei Animes sehen, die diesen Spannungsbogen noch einmal besser, fast bis zum zerreißen aufspannten: Haikyuu!! und Diamond no Ace

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Ich warne euch vor, dass ich bei beiden Animes  in Ansätzen über die aktuellesten Folgen der 2. Staffel reden werde, aber wen dies nicht stört, dem möchte ich in zwei Artikeln gerne erzählen, was diese beiden Titel zu mit dem besten macht, was das Shounen-Genre aktuell zu bieten hat!

Starten möchte ich dabei mit dem bekannteren der beiden Titel. Haikyuu!! geht seit etwa 2 Monaten in die 2. Staffel und schaffte es in der ersten schon viele Leute vom Kuroko-Zug abzuwerben. Was interessant ist, da sich der Aufbau von Haikyuu!! fundamental von dem von Kuroko unterscheidet. Bei Kuroko ging es immer darum, den nächsten Gegner zu bezwingen und besser zu sein als dieser. Daher drehten sich auch nahezu fast alle Folgen um genau diese Gegner und Spiele, während Trainings- und Vorbereitungsszenen ziemlich in den Hintergrund rückten.

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Bei Haikyuu!! dagegen stehen genau diese Szenen im Vordergrund. Sowohl die erste Hälfte der ersten Staffel, als auch aktuell in der zweiten findet ein Großteil des Geschehens in der Trainingshalle statt und die Charaktere sind die meiste Zeit mehr auf sich, als auf den Gegner fokussiert. Dadurch sind die Rivalitäten innerhalb der Mannschaft auch wesentlich deutlicher und ein zentrales Thema.

Die meisten Shounen und auch Sport-Anime machen den Fehler, zu glauben, dass Freundschaft und Kameradschaft bedeutet, dass man sich nur gegenseitig beschützt und bedingungslos akzeptiert, dass der andere besser ist. Viel zu häufig verweichlichen besiegte Kontrahenten und geben sich der Plot-Kraft des allmächtigen Protagonisten hin. Wenn sie im Verlaufe der Geschichte noch eine Entwicklung durchmachen, dann meist nur zum „Wohle des Teams“.

Was aber Haikyuu!! ausmacht und viel mehr Shounen ausmachen sollte, ist, dass man, um den Gegner zu besiegen, erst einmal aufgestellt werden muss. Volleyball ist eine Sportart, bei der nur 6 Spieler gleichzeitig auf dem Feld stehen und es somit maximal 7 Personen sind, die man inklusive Libero als Stammspieler bezeichnen dürfte. Somit steht vor dem Kampf gegen den Gegner erst einmal der Wettstreit mit sich und den Kontrahenten in der eigenen Mannschaft an.

"That's my ball"

„That’s my ball“

Haikyuu!! demonstriert dies aktuell ziemlich eindrucksvoll an den Beispielen Asahi und Tsukishima. Beide spüren den Druck von Hinata. Der eine, weil dieser ihm die Position als Ass streitig machen möchte und sich so langsam anschickt, dies auch zu schaffen. Der andere, weil sie beide die gleiche Position spielen und damit direkte Kontrahenten um die Stammposition sind.

Auch wenn der Kampf darum, dass Ass zu sein, nicht direkt mit dem Kampf um Stammplätze in Verbindung steht, so ist er doch genauso bedeutsam. Das Ass wird in wichtigen Situationen immer den Ball bekommen und die Bälle nehmen, bei denen eigentlich nicht ganz klar ist, in welche Zuständigkeit diese fallen. Er ist beim Volleyball der Angreifer, auf den sich das Team verlassen kann und dessen Stärke im Endeffekt das Potential des ganzen Teams widerspiegelt. Asahi plant diese Position als älterer der beiden bis zum Ende auszufüllen, während Hinata ihm im Nacken sitzt und droht ihm diesen Titel streitig zu machen, wenn er jemals aufhört in neue Höhen zu steigen.

Tsukishima spiegelt die andere Seite eines solchen Kampfes innerhalb des Teams wider. Natürlich gibt es auch diejenigen, die diesem Konkurrenzkampf nicht gewachsen sind und sich damit abfinden, nicht zum Stammteam zu gehören. Diesen Kampf zu verlieren ist immer mit Frust verbunden und es kann sein, dass man niemals zu den anderen aufschließen wird. Aber wie er in der letzten Folge eindrucksvoll unter Beweis stellte, kann diesen Kampf anzunehmen ungeahnte Kräfte in einem freisetzen.

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Für genau diese Szenen feiere ich Haikyuu!! aktuell. Von den 12 Teammitgliedern will jeder Stammspieler werden und gibt sein absolut bestes bei jeder Gelegenheit. Was daraus resultiert ist am Ende ein Team, dessen Stammspieler einen einzigartigen Willen mit sich bringen, der aus den Anstrengungen aller resultiert. Denn wenn man aufgestellt wurde und verliert, dann lässt man vor allem diejenigen im Stich, denen man die Chance für das Team zu kämpfen genommen hat. Und genau das ist für mich eine viel bemerkenswertere Teamdynamik, die mich wesentlich mehr mitreißt, als das einfache besiegen von einem Gegner nach dem anderen.

Doch was passiert, wenn man nach langer Zeit endlich die Chance bekommt, sich zu beweisen? Und was macht ein Ass eigentlich aus? Damit beschäftigt sich Diamond no Ace aktuell, worüber ich im nächsten Artikel mit euch reden möchte.

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